Natura2000.lu: die neue Plattform zum Thema Natura 2000 in Luxemburg

Am 4. Oktober 2012 fand das erste offizielle Treffen zwischen den Ministern Marco Schank, dem beigeordneten Minister für nachhaltige Entwicklung und Infrastruktur und Romain Schneider, dem Landwirtschaftsminister, sowie den drei Gründungsorganisationen (die Landwirtschaftskammer, der Lëtzebuerger Privatbësch und natur&ëmwelt) der neuen Diskussionsplattform „Natura2000.lu“, statt. Das Ziel dieses Treffens bestand darin, den beiden Ministern sowie einigen ihrer Beamten die Absichtserkärung sowie die Zielsetzungen der Plattform „Natura2000.lu“ vorzustellen.

Die drei Präsidenten erklärten einleitend den Hintergrund wie es zu dieser bisher in Luxemburg einmaligen Zusammenarbeit kam. So sind sie sich einig dass trotz unterschiedlicher Interpretationen und Zielsetzungen, die drei Organisationen eine sehr ähnliche Auffassung von Natura 2000 in Luxemburg teilen. Ein Mangel an praktischen Informationen über Natura 2000 bei den Eigentümern und Bewirtschaftern der Flächen sowie das Fehlen notwendiger und praxistauglicher Bewirtschaftungspläne werden bemängelt. Des Weiteren werde Natura 2000 leider nicht als Chance sondern oft als Einschränkung verstanden. So werde Natura 2000 oft nur als ein administratives und wissenschaftliches Verfahren verstanden, wobei die Beteiligung der Bewirtschafter, Eigentümer sowie der breiten Öffentlichkeit nur eine untergeordnete Rolle spielt. Dies sei aber im Widerspruch zur Philosophie der europäischen Direktive! Schließlich wolle man auch ein Zeichen setzen und zeigen dass es besser ist zusammenzuarbeiten und Kompromisse zu finden als sich kontinuierlich zu streiten. Die Struktur der Plattform „natura2000.lu“ basiert auf der wallonischen Struktur Naturawal (www.naturawal.be) die bei unseren belgischen Nachbarn sehr erfolgreich die Eigentümer und Bewirtschafter bei allen Fragen zum Thema Natura 2000 berät und begleitet.

In der Absichtserklärung sind die drei Hauptziele festgehalten: ein offener Dialog zwischen allen Partnern soll helfen gemeinsame Stellungnahmen zum Thema Natura2000 auszuarbeiten, ein privilegierter Dialog mit dem zuständigen Minister und den für die Umsetzung von Natura 2000 verantwortlichen Verwaltungen sowie der Dialog mit allen von Natura 2000 betroffenen Eigentümern und Bewirtschaftern um Erfahrungswerte zu integrieren. In diesem Sinn wird die Plattform versuchen die Interessenskonflikte der verschiedenen Partner zu lösen und praxistaugliche Lösungen auszuarbeiten, die für alle Partner zufriedenstellend sind. Ein sehr wichtiges Instrument sind die Bewirtschaftungspläne der Natura 2000-Gebiete, bei deren Ausarbeitung die Plattform, als proaktiver Partner, für eine „bottom-.up“ Beteiligung plädiert und gerne eine privilegierte Rolle spielen möchte.

Ein weiterer wesentlicher Bestandteil der Plattform soll darin bestehen praxistaugliches Informationsmaterial zum Thema Natura 2000 aufzuarbeiten. Eine aufschlussreiche Internetplattform „natura2000.lu“ soll mittelfristig eine virtuelle Anlaufstelle sein und die vielen und unterschiedlichen Informationen über Natura 2000 jedem Interessierten (Landwirte, Forstwirte, Privatleute, Gemeinden, Verwaltungen,…) bereitstellen. Schließlich will die Plattform auch eine wichtige Vermittlerrolle bei Konflikten zwischen Eigentümern, Bewirtschaftern und Verwaltungen spielen, sowie Empfehlungen oder Probleme bei der Umsetzung von Natura 2000 an die Verwaltungen weiterleiten.

Die beiden Minister zeigten sich sehr erfreut über das Zusammentreffen mit der Plattform natura2000.lu. Sie begrüßten dass die, zum Teil sehr unterschiedlichen Partner, sich zusammengefunden haben um eine proaktive Vorgehensweise in Sachen Natura 2000 vorzuschlagen und bei der Umsetzung aktiv mitzuwirken. Die Minister machten deutlich, dass der Dialog mit dieser neuen Plattform bei der Umsetzung von Natura 2000 unentbehrlich sei und dafür Sorge getragen wird, dass die Interessen der Landwirte, Forstwirte sowie des Naturschutzes frühzeitig erhoben und bestmöglich berücksichtigt werden. Anzustreben sei eine naturverträgliche Land- und Forstwirtschaft, bei der es gilt die legitimen Interessen der Land- und Forstwirtschaft einerseits und des Naturschutzes andererseits unter einen Hut zu bringen. Sie sicherten den drei Partnerorganisationen von Natura 2000.lu ihre Hilfe zu und erteilten dem Projekt ihre volle Unterstützung. Das erste Arbeitstreffen von „natura 2000.lu“, in der die genaue Rolle der Plattform und die Zusammenarbeit mit den zuständigen Verwaltungen genauer festgehalten werden sollen, fand am 29. November statt und wird in einer späteren Ausgabe zusammengefasst.

Weitere Informationen zu Natura2000.lu erhält man bei einem der drei Partnerorganisationen (Landwirtschaftskammer: Thierry Kozlik, Tel. 313876-1; Lëtzebuerger Privatbësch: Winfried von Loë, Tel. 89 95 65-65 oder bei natur&ëmwelt: Gilles Weber, Tel. 29 04 04-306)


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