Ist das Haselhuhn in Luxemburg ausgestorben?

Um das Haselhuhn in Luxemburg steht es schlecht. In den letzten Jahren konnten keine gesicherten Nachweise dieser scheuen Art erbracht werden. Dass der Hühnervogel nicht doch noch vereinzelt in den Wäldern des Öslings vorkommt ist aber nicht ausgeschlossen.

Foto (c) Bruno Mathieu

 

Das Haselhuhn (Tetrastes bonasia) ist ein scheuer Hühnervogel und bewohnt störungsarme und abwechslungsreiche Laub- und Mischwälder. In der aktuellen Roten Liste der Vögel Luxemburgs wird die bei uns lebende westliche Unterart rhenana als „stark gefährdet" geführt – dem Bestand geht es nicht gut. Im Zuge einer jährlichen Bestandsaufnahme des Haselhuhns in den Wäldern des Öslings in denen es zuletzt gebrütet hat, konnten in den letzten Jahren keine gesicherten Nachweise der Art mehr erbracht werden. Für eine eindeutige Identifizierung ist es hierbei ausschlaggebend Kot oder Federn des Haselhuhns zu finden, da der Vogel schwer zu sehen ist und sein Ruf verwechselt werden kann.

Vergangenen Winter fand in Deutschland eine Konferenz der wichtigsten Haselhuhn-Experten Mitteleuropas statt. Hier wurde deutlich, dass die Bestände unserer mitteleuropäischen Unterart des Haselhuhns (Tetrastes bonasia rhenana) nicht nur in Luxemburg, sondern auch in Deutschland, Belgien und Frankreich massiv eingebrochen sind. Ein Experte aus Deutschland durchsuchte Ende März während 2 Wochen die Habitate der letzten Vorkommen des „Bëschhong" in Luxemburg und bestätigte die desolate Lage: vermutlich gibt es keine Population und auch kein Brutpaar mehr in Luxemburg. Dass noch Einzeltiere im Ösling leben wurde jedoch nicht ausgeschlossen.

Da selbst in den Vogesen, einer der letzten großen Populationen des „Rhenana-Haselhuhns", der Bestand innerhalb eines Jahres derart rasant zurückgegangen ist (von 16 auf noch circa 3 Brutpaare), ist nun rasches Handeln erfordert. Im Rahmen eines internationalen Zusammenschlusses von Artexperten, welchem auch natur&ëmwelt angehört, wird zurzeit eine Erhaltungszucht geplant, um das weltweite Aussterben der mitteleuropäischen Unterart des Haselhuhns zu verhindern.

 

Warum ist der Bestand derart gefährdet?

Das Haselhuhn lebte in Luxemburg in den Lohhecken. In diesen niedrigstämmigen Eichenwäldern fand das „Bëschhong" reichlich Unterholz zur Deckung, beerentragende Sträucher und Stauden als Nahrungsangebot, sowie lichtere sonnige Stellen. Mittlerweile sind die meisten Eichenschälwälder aber seit vielen Jahren ungenutzt und zusammen mit der teils intensiven Waldnutzung haben sich die Habitate des Haselhuhns so verändert, dass sie keinen geeigneten Lebensraum mehr darstellen.

Zudem sind die wenigen verbleibenden adäquaten Habitate oft so weit voneinander entfernt, dass sie zu isoliert sind um vom Haselhuhn optimal genutzt zu werden. Das Haselhuhn hält sich nämlich hauptsächlich am Boden auf und wechselt nur entlang von schützenden Strukturen zwischen Lebensräumen, um sich so vor Fressfeinden zu schützen. Die ursprünglichen Habitate des Haselhuhns müssten daher unbedingt wiederhergestellt und vernetzt werden.



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