Gartenanlagen beim Haus vun der Natur

Familjegaart

Der Familljegaart ist ein gemeinsames Projekt der CTF – Garten und Heim Liga und der a.s.b.l. d’Haus vun der Natur und wird unterstützt vom Landwirtschaftsministerium, der ASTA, der Ville de Luxembourg, der AAT, der Ackerbauschule in Ettelbrück, sowie der Fédération Horticole.

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Der Familljegaart ist ein Demonstrationsgarten, der sich neben Schulgarten, Obstgarten, landwirtschaftlichen Flächen, Weiher und vielem mehr, gut in das Angebot des Haus vun der Natur einfügt. Der Familljegaart wird menschenfreundlich und naturnah gestaltet, er soll dem privaten Gärtner oder Gartenbesitzer Ideen vermitteln, wie er mit Hilfe der Natur gärtnern und sein Gemüse selber anbauen kann. Verschiedene traditionelle Garten-Formen sind hier vereint: So enthält der Familljegaart nicht nur einen Mittelaltergarten und einen klassischen Gemüsegarten, sondern auch Blumen- und Zierbeete, Sträucher, Kletterpflanzen und Bäume. Die Zieräpfelallee, die Flanierwege, die Sitzecken und die Gartenlaube laden zum Rasten und Spazieren ein. Die Trockenmauer bietet Überlebenskünstlern, Trocken- und Wärmespezialisten, die ohne Boden und mit wenig Wasser auskommen, ideale Bedingungen. Besucher des Familljegaart können sich in diesem Modellgarten informieren, dokumentieren oder auch nur ausruhen und hindurch schlendern.

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Konzept und Pläne: Mme Lauri Rollinger – AAT-Garten- und Teichfreunde

Anpflanzung und Anlegung: Lycée Agricole Ettelbruck, Service des parcs - Ville de Luxembourg, d’Haus vun der Natur a.s.b.l.

Unterhalt und Instandhaltung: Laurence Ernst: Service des Parcs - Ville de Luxembourg, d’Haus vun der Natur a.s.b.l.

Die Verwirklichung des Projektes erfolgte abschnittsweise und erstreckte sich über ein paar Jahre: So fand die erste offizielle Pflanzung bereits am 17. April 2004 statt. Der Regulus Junior-Club pflanzte zu diesem Anlass eine Hecke. Am 4. Juni 2004 wurde der Bienen- und Schmetterlingsgarten mit Stauden bepflanzt mit der Unterstützung des Club Soroptimist Doyen. Am 20. Juni 2004 pflanzte das Großherzogliche Paar anlässlich des Fest vun der Natur einen Baum in den Familiengarten. Im März 2005 wurde die Trockenmauer gebaut und angepflanzt. Die Planung des Bauerngartens wurde von einer Schülerin im Rahmen der Abschlussarbeit der 13ième Technique der Gartenbau – Sektion des Lycée Agricole Ettelbruck übernommen.
Anlässlich des 75-jährigen Bestehens der Fédération horticole fand dann das alljährliche interregionale Saar-Lor-Lux Projekt mit dem Lycée Technique Agricole und 12ième-Klassen von Gartenbauschülern aus Luxemburg, Frankreich und Deutschland im September 2006 im Familljegaart des Haus vun der Natur statt: In nur 3 Tagen stellten die Schüler den Mittelaltergarten fertig. Am 4. Oktober 2006 konnte dann der fertige Familljegaart in Beisein von Landwirtschaftsminister Fernand Boden und Viviane Loschetter, Umweltschöffin der Ville de Luxembourg, offiziell eingeweiht werden.

Der Familjegaart ist in 4 Hauptbereiche unterteilt:

Der klassische Gemüsegarten ist in fast jedem Garten wieder zu finden. Ob als Hochbeet oder umzäunt, ist der Garten beliebt als Quelle für frisches und gesundes Gemüse.

Mit Fruchtfolge, Mischkultur, Gründüngung und Mulchen wird der Familjegaart, ohne mineralischen Dünger und Pestizide bewirtschaftet. Die Devise heißt: Schädlinge durch Nützlinge in Schach halten und die positiven Eigenschaften der Pflanzen nutzen.

Hieroder bei einem Besuch im Haus vun der Natur erhalten Sie Tipps und Informationen, welche Nachbarn bei der Mischkultur nebeneinander stehen sollen und welche Pflanzen Nützlinge anziehen und gegen Schädlinge helfen.

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Der traditionelle Bauerngarten soll die Erinnerung an alte Gemüsesorten wie Mangold, Kohlrüben, u.a. wieder beleben und zeigen, wie man Gemüse mit Blumen kombinieren kann. Bis ins 9. Jh. war der Bauerngarten ein reiner Nutzgarten und diente dem Lebensunterhalt. Im Laufe der Zeit tauchten immer mehr Blumen zwischen den Nutzpflanzen auf. Diese Blumenvielfalt erweiterte sich bis ins 15. Jahrhundert mit Pflanzen aus dem Mittelmeerraum und Vorderasien, dann kamen noch Zwiebelblumen wie Tulpen, Hyazinthen, Narzissen u.a. in die Dorfgärten und Ende des 15. Jahrhunderts ergänzte sich das Angebot durch Blumen und Gemüse aus der neuen Welt.

In unserem Bauerngarten befinden sich außerdem ein Kräuterbeet und eine Kräuterspirale, die durch wärmespeichernde Steine ein günstiges Kleinklima für so manche kälteempfindliche Kräuter- und Gemüsearten schaffen.

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In den Gärten im Mittelalter wurde eine immer größere Vielfalt an Gemüse- und Obstsorten sowie verschiedener Kräuter angepflanzt. Die Mittelalterliche Gesellschaft war mehr mit der Pflanzenwelt verbunden, als wir es heute sind und umgaben sich mit Pflanzen, die einen direkten Nutzen im alltäglichen Leben hatten. Die angebauten Pflanzen wurden unter anderem zum Kochen, Heilen, Putzen, Färben und Kleben genutzt. Erst im späten Mittelalter wurde der Garten beim Adel zum reinen Vergnügen und in den Klöstern zur Meditation genutzt.

Unser Mittelaltergarten besteht aus 2 Teilen, die durch eine Pergola voneinander getrennt sind. Im oberen Teil befinden sich vier geometrische Beete, die Blumen und Kräuter enthalten, die auch schon im Mittelalter angepflanzt wurden. Im Mittelpunkt steht ein Buchshochstämmchen, an die Pergola sind Weinreben und historische Rosen gepflanzt. Der untere Teil stellt den Garten als Rückzugsgebiet mit Bank und Vogeltränke dar.

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Der Schmetterlingsgarten wurde speziell für blütenbesuchende Insekten angelegt und lädt zu einer Entdeckungsreise in den Mikrokosmos ein. Von Frühjahr bis Herbst wimmelt es hier von Schwebfliegen, Wildbienen, Bienen, Schmetterlingen, Käfern und anderem Getier auf der Suche nach Nahrung auf den pollen- und nektargespickten Blüten.

Weiterhin bietet der Familjegaart seinen Besuchern reichlich Ideen für die Gartengestaltung: Trockenmauer, Wegebau, Zäune,… Hinweisschilder im Garten sowie die im Haus erhältliche Broschüre zum Garten bieten weitere Informationen.

 

Schulgarten

Ein Schulgarten gehört eigentlich als fester Bestandteil zu jeder Schule. Am sinnvollsten ist es, wenn die Kinder ihren Schulgarten regelmäßig über das ganze Jahr selbst betreuen, und so auch aktiv die Veränderungen im Laufe des Jahres in ihrem Garten erleben können. Um den Schulklassen der Ville de Luxembourg, die selbst keinen Schulgarten haben, trotzdem die Möglichkeit anzubieten, im Garten zu arbeiten, hat das Haus vun der Natur zu diesem Zweck einen Schulgarten eingerichtet, der von den Klassen der Stadt betreut wird.

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Der Schulgarten beim Haus vun der Natur ist so eingerichtet, dass das Arbeiten mit Kindern darin besonders leicht fällt: schmale Beete mit breiten Wegflächen und Hochbeete.

Die Klassen des 1. Cycle entdecken den Garten mit Clown Beppo, der zusammen mit den Kindern kleine Gartenarbeiten verrichtet.

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Ein Experimentierfeld für Kinder

Bei der Arbeit mit den Kindern im Schulgarten ergeben sich neben den rein gärtnerischen Tätigkeiten eine ganze Fülle von Möglichkeiten, um das Interesse der Schulkinder an der Natur zu wecken. Unser Schulgarten ist eine lebendige Experimentierfläche, wo Kinder die Basiselemente über das Funktionieren einer Pflanze, die biologische Vielfalt der Pflanzen und die Bedeutung der Pflanzen für unsere tägliche Ernährung hautnah erfahren können. Die Kinder arbeiten im Garten mit der Natur zusammen, säen, pflanzen, pflegen und ernten. Langzeitbeobachtungen das ganze Jahr über erhalten die Spannung in einem Schulgarten, der sich dynamisch verändert.

Überraschungen aus dem Garten

Bei der Gartenarbeit verläuft nicht immer alles planmäßig. So kann beim Graben ein Regenwurm auftauchen, ein Tunnelgang einer Wühlmaus freigelegt, oder das Gelege einer Weinbergschnecke ausgegraben werden. So bietet der Schulgarten viele Möglichkeiten neuer Naturthemen, die sich spontan ergeben und sich in den Naturkundeunterricht einordnen und diesem zu neuer Dynamik verhelfen.

Ein Garten für biologische Vielfalt

Ökologische Zusammenhänge können hier auf Anschauungsflächen wie z. B. einem Wiesenstück, Einrichtungen zum Insektenschutz oder zum Vogelschutz veranschaulicht werden. Viele von diesen Einrichtungen können von den Kindern selbst eingerichtet oder gebaut werden. So haben die Schulklassen der Ville de Luxembourg z.B. einen Regenwurmwanderkasten für die Kompostanlage gebaut, eine Kräuterspirale mit Bruchsteinen aufgeschichtet.

Verantwortung tragen

Die Kinder arbeiten im Schulgarten in verschiedenen Teilbereichen und tragen so auch Verantwortung für die Gartenarbeit die sie verrichten, und die Pflanzen die sie betreuen.

Der Schulgarten bringt Bewegung in die Natur

Körperlicher Einsatz ist gefragt bei vielen Gartenarbeiten wie Graben, Rechen, Kompost verteilen oder Hecken und Bäume pflanzen. Die körperliche Arbeit und zusätzliche Bewegung tut den Kindern gut.

 

Gewächshaus

Im Gewächshaus können verschiedene Pflanzen vorgezogen werden, bevor sie in den Garten kommen, z.B.: Salat, Kürbisse, Zucchini, Blumen, Tomaten

Automatische Fenster (Gasbetrieben) öffnen sie sich wenn es zu warm wird.

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Der Bau eines „SOLARLUFTKOLLEKTORS“, ein Projekt mit Jugendlichen, aktiv in einem Orientierungs-freiwilligendienst, nach einer Idee von Marcel Barros, in Zusammenarbeit mit natur&ëmwelt und dem Service National de la Jeunesse.

=> http://projetsolar.wordpress.com

 

Am Mittwoch, dem 17. Oktober 2012 wurde auf dem Gelände des Haus vun der Natur auf Kockelscheuer der Solarluftkollektor (Heizung) für das Gewächshaus eingeweiht. Das Projekt wurde von freiwilligen Jugendlichen durchgeführt.

 

 

Kräutergarten

Der Kräutergarten besteht aus 4 Beeten: Duft-, Heil-, Küchenkräuter und Minzen.

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Gartenarche

Ziel einer Gartenarche ist es, durch verschiedene Kleinbiotope Lebensraum für möglichst viele Tiere auf engstem Raum zu schaffen. Anhand verschiedener Materialien werden Unterschlupf und Nistmöglichkeiten für Amphibien, Reptilien, Kleinsäuger, Vögel und Insekten geschaffen. Lehmflechtwände, markhaltige Zweige und Strohhalmdosen sind beliebte Nistplätze für Insekten, insbesondere für Bienen und Wespen. Gehölzschnitt von Ästen, Zweigen und Baumstämmen mit Laub und Rasenschnitt beherbergen das Artenspektrum der Streuschicht im Wald. Aus Blumentöpfen und Holzwolle oder Stroh entstehen Nisthilfen für Ohrwürmer, Nistkästen werden von Vögeln bewohnt. Steine, Rohre und Dachziegel sind bei Amphibien und Reptilien sehr beliebt.

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=> Broschüre zu unserer Gartenanlage ist im Haus vun der Natur erhältlich.