Der Lehrbienenstand und die Wildbienenwand

Bienen sind die Vertreter einer sehr wichtigen Insektenordnung für Mensch und Natur. Gemeinsam mit den Wildbienen, Wespen und Hummeln leisten sie durch die Bestäubung von Blumen und Blüten uns Menschen und natürlich der Natur einen sehr großen Dienst.

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Der Bienenstand vom "Haus vun der Natur" wurde ganz nach pädagogischen Aspekten ausgerichtet. Kinder und andere Besucher können das komplexe Staatenleben der Honigbiene und die Arbeit des Imkers im Rhythmus der Jahreszeiten ohne Angst hinter Glas erleben. Ein Volk in einem Schaukasten ist besonders gut zu beobachten. Weitere Völker leben in Einraumbeuten und machen Naturwabenbau.

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Es werden Informationen über die 3 Bienenwesen, das Sozialverhalten der Bienen, die Tanzsprache der Bienen, den Wabenbau und die Produktion von Bienenhonig vermittelt. Die Kinder erfahren die wichtige Rolle, die das Bienenvolk bei der Bestäubung der Pflanzen allgemein und bei der Befruchtung unserer Nutz- und Obstpflanzen im Speziellen leistet.

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Seit 2011 trifft sich regelmäßig eine Gruppe aus jungen Bienenfreunden zwischen 8 und 14 Jahren, der „BeieclubSumSum“ auf dem Gelände des Naturschutzzentrums um unseren Imker bei der Arbeit zu unterstützen oder andere Projekte zum Wohl der Honig- und Wildbienen durchzuführen.

 

Naturwabenbau

Die Haltung der Bienenvölker im Naturwabenbau ermöglicht es den Bienen soweit wie möglich gemäß ihrer natürlichen Instinkte und Lebensweisen zu leben. Beim Naturwabenbau wird den Bienen keine künstliche Mittelwand aufgezwungen. Der Bau der Waben erfolgt in einem hochgradig sozialen Prozess aus dem frisch ausgeschwitzten Wachs, mit der Bautraube als Zentrum des Baugeschehens.

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Wildbienen

An der Wildbienenwand beim Haus vun der Natur können Kinder und Erwachsene Wildbienen beobachten und kennen lernen. Diese solitären Bienen sind für Menschen ganz ungefährlich: sie haben weder eine Königin noch ein Volk zu verteidigen, sondern legen ihre Eier alleine in eine Legeröhre. Sie haben kein Interesse zu stechen, da sie dadurch sterben und somit jegliche Chance verspielen würden, Nachkommen zu haben. Außerdem sind die Stachel der meisten Wildbienenarten so dünn, dass sie unsere Haut überhaupt nicht durchdringen können. In einer Wildbienenwand trifft man über 58 verschiedene Arten von Bienen und Wespen, die in der Wand ihre Eier ablegen, die Nacht verbringen oder auch überwintern.

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Was sind eigentlich Wildbienen?

Neben der semidomestizierten Honigbiene, die durchaus auch verwildert auftritt und dann Waben an Baumäste klebt oder leere Hohlräume (z. B. unbewohnte Spechthöhlen) besiedelt, gibt es in Luxemburg rund 300 weitere Bienenarten. Zu diesen Wildbienen gehören Hummeln und Pelzbienen; Sägehorn-, Hosen- und Schenkelbienen; Blattschneider-, Woll-, Mörtel-, Mauer- und Löcherbienen; Sand-, Schmal- und Furchenbienen; Masken- und Seidenbienen; Blut- und Wespenbienen. Sie unterscheiden sich in Farbe, Größe und Körperbau. Es gibt soziale Arten, Einsiedler und Schmarotzerbienen. Viele Arten nisten im Boden; andere in morschem Holz, Pflanzenstängeln, leeren Schneckengehäusen und Mauerritzen; einige mörteln Nester an Felsen, Steine, Stämme oder Zweige. Je nach Bienenart wird mit Wachs, Speicheldrüsensekret, Pflanzenwolle, Blättern, Harz, Lehm, Steinchen oder Holzpartikeln gebaut. Alle Bienen ernähren sich von Pollen und Nektar. Das beflogene Blütenspektrum zum Nektartrinken ist weitgespannt, dasjenige für das Sammeln von Blütenstaub ist bei vielen Wildbienenarten oft begrenzt.


Beitrag von Herrn Nico Schneider, Wildbienenspezialist


 

Bedrohte Bienen & Co.?

Bienen, Schmetterlinge und Co leiden unter dem Verlust eines Großteils ihrer Nahrungsgrundlagen. Durch eine immer frühere und immer häufigere Mahd gelangen nur noch wenige Wiesenkräuter zur Blüte. Sind Raps, Obst und Löwenzahn verblüht, kommt es zu einem, zum Teil bestandsbedrohenden Rückgang des Nahrungsangebots. Die Anwendung von Insektiziden und Herbiziden trägt einen weiteren Teil dazu bei.

Das Projekt Flouer a Gaard an der Bléi schließt sich dem deutschen „Netzwerk Blühende Landschaft“ www.bluehende-landschaft.de an. Das Haus vun der Natur möchte auch in Luxemburg die Situation für viele Pflanzen, Insekten und andere Tiere, die auf eine vielfältige Landschaft angewiesen sind, verbessern.

Das einförmige Grün und die Artenarmut der Äcker und Grünlandflächen müssen wieder durch Blütenpflanzen bereichert werden. Die Initiative Flouer a Gaart an der Bléi will nicht nur eine Interessensgemeinschaft für Insekten sein. Das Netzwerk zielt auch auf die Steigerung der Lebensqualität von Tier und Mensch. Wenn aus monotonen Produktionsflächen wieder eine blühende Kulturlandschaft wird, dann ernährt die Landwirtschaft nicht nur uns Menschen.

Für weitere Informationen wie Privatleute, Landwirte und Gemeinden konkret Bienen, Schmetterlingen und Co helfen können, fragen Sie bei der Naturschutzberatung nach.

In Luxemburg wird das Projekt unterstützt von: AAT Garten und Teichfreunde, Amicale Carnica a.s.b.l., ASTA, Beiestand Huelmes, BioLabel, Biologesch Statioun SIAS – Naturzenter, d’Haus vun der Natur, Demeter Bond Lëtzebuerg, Fédération des Unions d’Apiculteurs du Grand-Duché du Luxembourg, Fondation Hëllef fir d'Natur, Kraidergaart Wanseler, Lëtzebuerger Natur- a Vulleschutzliga, LNVL – Sektioun Stad, Liga CTF – Gaart an Heem, Natura, Naturmusée, Naturpark Öewersauer, Naturpark Our, Wildbienenspezialisten.

 

Blütenpracht durchs ganze Jahr

2011 entstand nach der Planung eines Schülers des Lycée technique Agricole, mit der tatkräftigen Unterstützung aller Mitarbeiter von natur&ëmwelt und des “BeieClubSUMSUM” ein Trachtpflanzenkalender in Form einer Blüte vor unserem Bienenhaus.

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SkizzeTrachtenverteilung

Als Trachtpflanzenkalender bezeichnet man ein von Menschenhand angelegtes Beet mit einer großen Auswahl an Blütenpflanzen (Sträucher, krautige Pflanzen,…) welche viele Blüten bilden. Die Arten sind so gewählt, dass die Blütezeit sich möglichst lange übers Jahr verteilt und ein reiches Angebot an Nektar und Pollen für Hautflügler wie Bienen und Hummeln zur Verfügung steht. So dient der Kalender den angesiedelten Bienenvölkern sowie den vielen Solitärbienen die das Insektenhotel bewohnen als reiche Nektarquelle.

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